Science Fiction Klassiker

Heute ist Science Fiction eines der erfolgreichsten Sparten im Filmgeschäft. Dabei kann der sogenannte SiFi auf eine lange Geschichte zurückblicken. Der Ursprung beruht zweifelsohne auf literarischen Fantasie-Geschichten. Erst mit dem Einzug des Kinofilms konnten diese utopischen Erzählungen auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Nachfolgend eine Liste der wichtigsten Science Fiction Klassiker:

1902: Der Stummfilm „Die Reise zum Mond“ gilt heute als Ursprung des Science Fiction Films. Er wurde von Georges Méliès produziert und basiert auf den Ideen von H. G. Wells und Jules Verne. In nur knapp 15 Minuten zeigt der Film die Abenteuer der ersten Mondfahrt.

1927: Einen weiteren Meilenstein stellt der deutsche Film „Metropolis“ von Fritz Lang dar. Dieser Science Fiction beeindruckte besonders durch seine monumentalen Bauten und dem sozialkritischen Ansatz. Die Urfassung des Stummfilms war über zweieinhalb Stunden lang und geriet zu einem finanziellen Reinfall. Erst mit den Jahren erlangte Metropolis seine cineastische Bedeutung.

1929: Zwei Jahr später präsentierte Fritz Lang den Film „Frau im Mond“. Er entstand aus Ideen, die bei „Metropolis“ nicht genutzt wurden. Beeindruckend ist die technische Ausstattung, die eindeutig die ersten Vorläufer der Raumfahrt zeigte. „Frau im Mond“ ist einer der letzten deutschen Stummfilme.

1951: Ein weiteres Highlight stellt der Film “Der Tag, an dem die Erde stillstand” dar. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem damaligen Wettrüsten. Eine außerirdische Macht überbringt eine Warnung aufgrund der weltweiten atomaren Bedrohung. Zum Zeichen der Macht stehen alle Geräte auf der Erde für eine Stunde still.

1953: Der Oskar-prämierte Science Fiction Film „Kampf der Welten“ zeigt aggressive Außerirdische, die keinen Zweifel darüber lassen, dass sie die Menschheit vernichten wollen. Mit fliegenden Untertassen und tödlichen Strahlen eliminieren sie die Menschen. Der Film basiert auf dem Roman von H.G. Wells und wurde auch als mehrmaliges Remake äußerst erfolgreich.

1954: Natürlich darf an der Stelle der SiFi „Der Schrecken vom Amazonas“ nicht fehlen. Ein amphibisches Monster verliebt sich in eine Wissenschaftlerin. Es kommt zu einem erbitterten Kampf zwischen Mensch und Monster. Der Film ist aufgrund seiner tollen Unterwasseraufnahmen und der teilweise naiven Handlungsabläufe auch heute noch sehenswert. Von dem Film existiert auch eine gelungene 3D-Fassung.

1956: Auch die „Invasion der Körperfresser“ muss wohl als wichtiger Vertreter dieses Genres angesehen werden. Aus außerirdischen Bohnen schlüpfen seelenlose Kopien der Menschen, so geschieht eine fast lautlose Invasion auf der Erde. Auch hier spiegelt sich die damalige politische Situation in der Handlung wieder, da zu dieser Zeit die kommunistische Bedrohung in der westlichen Welt als größte Gefahr angesehen wurde.

1963: In diesem Jahr erschien der Film „Der Mann mit den Röntgenaugen“. Mit Hilfe eines Serums erlangt der Wissenschaftler James Xavier einen Röntgenblick. Doch die Wirkung wird immer stärker und er verliert die Kontrolle über seine neue Fähigkeit. Er zerbricht an dem, was er sehen kann. Ein wirklich beklemmender Film, der auch heute seine Wirkung nicht verloren hat.

1964: Auch der Klassiker „Dr. Seltsam…“ von Stanley Kubrick spiegelt die politische Situation der damaligen Welt wieder. Ein von den unzähligen militärischen Übungen überdrüssiger General gibt den Befehl zum atomaren Erstschlag. Eine satirische, fantastische Auseinandersetzung mit dem Thema.

1966: „Die phantastische Reise“ zeigt einen Ausblick auf die heutige Nanotechnik in der Medizin. Ein U-Boot wird auf mikroskopische Größe gebracht und muss anschließend im Körper eines Patienten ein bösartiges Geschwür zerstören. Besonders beeindruckend sind die Bilder aus dem Inneren des Körpers und die äußeren weiblichen Ansichten von Raquel Welch.

1966: Im gleichen Jahr erschien „Fahrenheit 451“ unter der Regie von François Truffaut. In einem futuristischen, totalitären Land, das von den Medien beherrscht wird, sorgt eine spezielle Feuerwehr für die Verbrennung von Büchern. Ziel ist es, das literarische Erbe der Menschen zu zerstören. Der Titel gibt übrigens die Temperatur an, bei der Papier verbrennt.

1968: Ebenfalls von Stanley Kubrick stammt der ultimative SiFi-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“. Auf dem Mond wird ein Artefakt entdeckt. Um dessen Ursprung zu ergründen, macht sich ein Raumschiff auf die Reise. An Bord ist auch das elektronische Gehirn HAL 9000. Der Filme setzte neue Maßstäbe im Bereich Science Fiction Filme.

1968: Im gleichen Jahr erschien auch „Planet der Affen“. Ein Raumschiff landet auf einem Planeten, auf dem die Affen die Vorherrschaft haben und die Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Doch der menschliche Eindringling stellt schnell die alte Rangordnung wieder her. Aufgrund des Erfolges erschien eine ganze Reihe von weiteren Filmen aus dieser Reihe.

Auf Basis dieser Science Fiction Klassiker entstanden in den folgenden 70ziger Jahren eine Fülle von weiteren Science Fiction Filmen, die auch heute noch diese Filmgattung prägen. Viele damalige Erfolge erschienen als Remake in einer modernen Fassung. Dazu gehören u.a. „Krieg der Welten“ oder „Planet der Affen“. Welche Bedeutung diese Filme für unsere heutige Kultur haben, zeigt auch die Tatsache, dass beispielsweise der Klassiker „Metropolis“ 2001 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO erklärt wurde.

Autor: Dipl. Kom. Wilfred Lindo

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